Staatsminister Florian Herrmann

„Lieber öfter mal Ehrenamt auf Rezept“
Kürzlich legte der Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann im Gasthaus Huber in Hausmehring einen abendlichen Stopp ein, um die örtliche CSU und ihren Bürgermeister-Kandidaten Franz Mayer im Wahlkampf zu unterstützen. Das funktionierte auch ganz wunderbar, denn das Gasthaus war proppenvoll mit interessierten Gästen gefüllt.

Die kamen nach der Vorstellungsrunde von Mayer und den Gemeinderatskandidaten auch auf ihre Kosten, denn Staatsminister Herrmann referierte im Anschluss äußerst launig und mit einem Augenzwinkern über die oftmals unterschätzte Bedeutung der Ehrenämter in einer Gemeinde.

Denn schon der Dichter Wilhelm Busch habe vor rund 150 Jahren in einem seiner Reime erkannt: „Willst du froh und glücklich leben, lass‘ kein Ehrenamt dir geben!“ leitete Herrmann ein. Der Reim handele über die Undankbarkeit der Mitmenschen gegenüber den freiwilligen und unentgeltlichen Ämtern und schließt mit dem Ratschlag: „Lass‘ das Ehrenamt den Dummen“.   

Dann habe Nandlstadt scheinbar ziemlich viele ‚dumme Leute‘, so Herrmann, „denn bei 5400 Einwohnern gibt es allein 60 eingetragene Vereine“. Er könne Wilhelm Busch nur widersprechen. „Das Ehrenamt ist in Bayern ein ganz wichtiges Standbein“. Das würden auch die Zahlen zeigen: Auf 1000 Einwohner kämen in Bayern 24 Ehrenamtliche, in Deutschland seien es noch 11 und in Griechenland kommt gerade noch ein Ehrenamt auf 1.000 Einwohner. „Das System Feuerwehr würde ohne die freiwilligen Helfer und Retter gar nicht funktionieren“, lautete sein Fazit. Dem sei sich der Freistaat auch völlig bewusst und fördere die freiwilligen Feuerwehren im Flächenstaat seit über 150 Jahren.

Das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern würden dagegen viele Menschen gar nicht kennen: die Feldgeschworenen. Sie wachen über die innergemeindlichen Grenzen und unterstützen die Ämter für Digitalisierung oder den Breitbandausbau bei der Vermessung. Die Feldgeschworenen sind zur unparteiischen Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit durch Eidesform auf Lebenszeit verpflichtet. Kaum jemand wisse, so Herrmann, das das „Feldgeschworenenwesen in Bayern“ seit 2016 sogar zum Kulturerbe ernannt wurde.

Als Beispiel, dass eine Kommune ohne Ehrenämter gar nicht auskomme, würden folgende Zahlen zeigen: In den 2056 bayerischen Gemeinden seien 21.000 Feldgeschworene und rund 150.000 ehrenamtliche Wahlhelfer tätig. „Schätzungen zufolge werden in Bayern pro Monat allein zwei Millionen Stunden geleistet“, resümierte der Leiter der Staatskanzlei. „Rechnet man da mal nur den Mindestlohn, dann wären wir in Bayern wohl ganz schnell pleite“.

Dass die Tätigkeit in Vereinen und sozialen Verbänden nicht nur der Gesellschaft helfe, sondern auch dem Einzelnen, das hätten sogar Psychologen der Universität von Michigan (USA) untersucht. Sie hatten in einer Studie das Befinden von Menschen untersucht, die regelmäßig für soziale Einrichtungen tätig sind. Nach achtjähriger Forschung kamen die Wissenschaftler zu der Erkenntnis: Wer regelmäßig für eine Einrichtung ehrenamtlich tätig ist, hat eine um 40 Prozent höhere Chance, länger zu leben, als derjenige, der sich nicht sozial engagiert. Mit einem Augenzwinkern forderte Florian Herrmann dann von den hiesigen Ärzten: „Verschreibt lieber mal das Ehrenamt als Aspirin!“

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