Politischer Ascherdonnerstag

„Nutzen Sie die Tarifautonomie!“
Im Gemeindegebiet Nandlstadt fand der politische Schlagabtausch zum Aschermittwoch erst am Donnerstag statt und dafür weniger wortgewaltig, als vielmehr nachdenklich-hintersinnig. Der Ortsverbandvorsitzende Rainer Klier begrüßte dazu Kerstin Schreyer, die seit Februar 2020 bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr ist. Doch bevor die Ministerin zu Wort kam, stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten der offenen CSU-Liste den rund 100 Gästen mit ihren Projekten und Plänen vor – und natürlich auch der Bürgermeister-Kandidat Franz Mayer.

Die Ministerin lobte im Anschluss Mayer und seine Gemeinderatsanwärter: „Ihr habt Jung und Alt, interessante Frauen und eine tolle Mischung an Berufsgruppen, das spricht für Ihre Kompetenz“. Schreyer fand auch das Motto des örtlichen CSU-Wahlkampfes „Gemeinsam für Nandlstadt“ sehr gut getroffen: „Denn Wahlen sind schwerer geworden als in der Vergangenheit. Der Wahlkampf bedarf mehr denn je der Mund-zu-Mund-Propaganda und da müssen alle, die den Kandidaten unterstützen wollen, auch zusammenhalten und mittun“.

Dann leitete Schreyer zum Thema Wohnraum über: Im Ballungsraum München sei die Frage noch wichtiger als in anderen Regionen, wie man sich künftig hier zu wohnen noch leisten kann. „München schwappt über die Grenzen und verknappt den Wohnraum in den Einzugsgebieten. Und wir alle möchten doch, dass es sich nur noch bestimmte Berufsgruppen leisten können, hier zu wohnen. Aber das zu managen, wird eine recht sportliche Herausforderung für die Zukunft werden – auch für die CSU“. Man stehe gesellschaftlich vor wirklich großen Herausforderungen, die man nicht nur mit coolen Sprüchen lösen könne, so Schreyer.

Eine weitere Herausforderung der Zukunft sei die ausreichende Anzahl an Kindergartenplätzen. Auch hier erntete die örtliche CSU-Mannschaft ein großes Lob von der Ministerin: „Die Idee mit den Wohnungen für die Angestellten der Gemeinde ist sehr gut. So machen sie die Arbeitsplätze in den Nandlstädter Kindergärten auf alle Fälle attraktiv“, so Schreyer. Die Gemeinde könnte zusätzlich auch ihre Tarifautonomie nutzen und diese gesellschaftlich wichtigen Berufe auch entsprechend honorieren. „Da sitzt bei Ihnen nicht die Staatsregierung mit am Tisch. Das kann die Kommune ganz alleine entscheiden“, erinnerte die Ministerin. 

Das Thema Mütterrente griff Schreyer auch kurz auf. Warum bekommt eine Mutter für ihr Kind weniger Rente, wenn es vor 1992 geboren ist, hinterfragte sie die Regelung. Sie wünsche sich mehr Achtung vor dem Alter und den Leistungen der Nachkriegsgenerationen. „Die haben doch nix falsch gemacht. Da muss unbedingt eine Gleichstellung aller Mütter her“, forderte Schreyer.

Zum Schluss wagte die CSU-Vertreterin noch ein paar Seitenhiebe gegen „die aktuell so beliebten Grünen, die Politik via Belehrungen und Verbote machen, aber nicht als Vorbilder glänzen“. Die Grünen würden anderen die Flugscham verordnen und dabei selbst mehr als andere im Flieger sitzen. Die Statistik über das Reiseverhalten der Bundestags-Abgeordneten hatte im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Abgeordneten der Grünen zuletzt am häufigsten geflogen waren. Aber auch die jüngeren Parteianhänger würden meist ‚Wasser predigen und Wein trinken‘, in dem sie viel shoppen statt Klamotten auftragen und sich jedes Jahr neue elektronische Geräte anschaffen, obwohl die alten noch gut funktionierten. „Die Grünen stehen für eine Menge Moral – nämlich für die Doppelmoral“, resümierte Schreyer.

Zur Nachdenklichkeit regte Kerstin Schreyer die Anwesenden durch einige Zitate der AFD-Oberen an. „Eines muss Ihnen klar sein“, gab sie mit auf den Weg, „wenn Sie Ihr Kreuz dort machen, wählen sie nicht den Protest, sondern Nazis. Wollen Sie das wirklich?“ 

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